Ausgezeichnet beim Wettbewerb
"Beispielhaftes Bauen im Landkreis Heidenheim 1989 - 1999"


aus dem Jurybericht


Kindergarten mit Wohnungen

Hirschstraße
89555 Steinheim a.A.

Architekt:
Wolfgang Sanwald,
Eckhard Voith
Steinheim a.A.

Bauherr:
Kreisbaugesellschaft Heidenheim
Giengen



Begründung der Jury:

Die flächensparende, wirtschaftliche Nutzung des Grundstücks wird durch die getrennte Erschließung und eine geschickte, nutzungsgerechte Zuordnung von Kindergarten und der darüber liegenden Wohnung erreicht. Die Innenraumgestaltung des Kindergartens überzeugt durch die sorgfältige Farb- und Materialwahl, die spannungsvolle räumliche Zuordnung der Funktionsbereiche, eine helle natürliche Belichtung und durch den Bezug zum liebevoll gestalteten Außenspielbereich.


Kombinierter dreizügiger Kindergarten mit 6 Wohnungen Bauzeit: Mai 1995 - Juni 1996

Durch die Ortskernsanierung von Steinheim werden die innerörtlichen Freibereiche in begrenztem Umfang einer Bebauung zugeführt. Der Sanierungsvorschlag sieht eine neue fußläufige Verbindung von der Hirschstraße zur Hauptstraße als Fortführung der Olgastraße vor (Im Olgagarten). Das Baugrundstück liegt am Kreuzungsbereich von Hirsch-/Olgastraße, von wo aus beginnend die neue Verbindung "Im Olgagarten" zur Hauptstraße führt.

Aus wirtschaftlichen Gründen war als Bauaufgabe eine Kombination eines Dreigruppen-Kindergartens mit 6 Wohnungen (4 Dreizimmer- und 2 Zweizimmerwohnungen) vorgesehen.

Der Entwurf baut auf der Trennung der einzelnen Bereiche auf, wobei die Dreizimmerwohnungen in den beiden Obergeschossen nach Westen und der Kindergarten im Erdgeschoß nach Osten orientiert sind.

Der niedere Kindergartenbereich an der Hirschstraße nimmt die Linie der östlich vorhandenen Bebauung auf und leitet zum Wohngebäude über, das sozusagen über dem Kindergarten schwebt. Mit seinem langgestreckten Baukörper, der den Hochpunkt der Anlage darstellt, bildet das Gebäude das Entree für die neu geschaffene Wegeverbindung zur Hauptstraße. Die Wohnungen werden von diesem Weg aus erschlossen. Der Zugang zum Kindergarten erfolgt von der Hirschstraße aus über den Platz zum Kinderabholen.

Zum Kindergarten: Die einzelnen Gruppen sind zum gemeinsamen Freibereich orientiert und staffeln sich nach Osten. So sitzt die Gruppe 1 voll unter dem durch den Wohnungsbaukörper überdeckten Bereich. Die Gruppe 2 ist deutlich heraus geschoben und die Gruppe 3 bildet als eigenständiges Bauwerk den östlichen Abschluss der Anlage. Sie schirmt gleichzeitig den Spielbereich von der Straße ab. Die Erschließungsachsen der Gruppen 1 und 3 - begleitet von Betonstein - Sichtmauerwerkswänden - treffen sich im Foyer, welches das Zentrum der Anlage bildet. Im Westen und Süden gliedern sich hier die gemeinschaftlichen Räume an.

Die Räume werden in ihrer Höhenentwicklung zum einen von dem höheren überbauten Bereich der Wohnungen (als Massivbau mit Gk-Lochdecke) bestimmt, zum anderen von dem niedereren begrünten Flachdachbereich, der in Holzkonstruktion ausgeführt und mit einer Multiplex - Holzplattendecke versehen wurde. Beide Bereiche sind über Glasdächer aneinandergefügt oder, wie z.B. im Foyer, ineinander geschoben.

Bei der Ausformung der einzelnen Gruppen wurde Wert darauf gelegt, dass sich der Gruppenraum mit einer Seite großzügig zum Freibereich orientiert und verzahnt, während der Kleingruppenraum, der Nutzung entsprechend, introvertiert gestaltet wurde.

Die Wohnungen: Das Treppenhaus ist in Gebäudelängsrichtung gelegt und wird durch die vom eigentlichen Wohngebäude abgelöste Wandscheibe bestimmt. Durch diese Anordnung ist ein Dreispänner mit geringer Gebäudetiefe möglich. Bei den Wohnungen wurde eine möglichst großzügige Gestaltung des Wohnbereichs angestrebt. Er ist der Mittelpunkt der Wohnung, an den sich die übrigen Bereiche und Nutzungen angliedern.




1999 Architektenkammer Baden-Württemberg


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